Ein Weg aus der Not
Petra* ist 41 Jahre alt und lebt allein mit ihren drei Kindern Ben (16), Mandy (8) und Simon (6). Sie hatte eine
sehr schwere Kindheit und Jugend, hat keinen Schulabschluss und keine Ausbildung. Ihr Leben betrachtet sie als
gescheitert und ertränkt ihre Hoffnungslosigkeit im Alkohol.
Die Familie lebt schon immer von Sozialhilfe und Arbeitslosengeld. Der Kreislauf der Not hat unerbittlich
eingesetzt: Alle drei Kinder gehen auf die Sonderschule und haben schon jetzt große Probleme. Vor allem der
16-jährige Ben droht, in eine ähnliche Situation abzurutschen wie seine Mutter. Seit einem halben Jahr war er
nicht mehr in der Schule – er hat ohnehin wenig Aussichten auf einen Abschluss und ist deshalb sehr frustriert.
Petra kann ihren Sohn nicht motivieren. Sie ist Analphabetin und sieht keinen Sinn darin, Ben zur Schule zu
schicken. Natürlich leiden auch Mandy und Simon unter der desaströsen Familiensituation und zeigen erste
Anzeichen, sich in dieselbe Richtung zu entwickeln wie Bruder und Mutter.
Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Stadtteilbüros Brüser Berg wurden auf die Familie aufmerksam und begannen
in Beratungsgesprächen, den Problemen auf den Grund zu gehen. Vor allem mit Ben entstand ein intensiver Kontakt.
Bald war klar: Es war die völlige Aussichtslosigkeit, die ihn lähmte. Er konnte sich einfach nicht vorstellen,
wie man etwas aus seinem Leben machen soll – wie auch, er hatte so etwas ja noch nie miterlebt. Es stellte sich
heraus, dass er lieber mit seinen Händen arbeiten wollte, als weiter in die Schule zu gehen. Also vereinbarte das
Stadtteilbüro mit der Schule, dass er den Rest des Schuljahres mit einem Praktikum verbringen durfte und vermittelte
ihn in einen Malerbetrieb. Auch wenn der Junge nicht immer zum Praktikum erschien – er traute sich bald mehr zu und
fasste die Hoffnung, eines Tages Arbeit finden zu können.
Nach dem Praktikum ermöglichte das Stadtteilbüro Ben eine einjährige berufsvorbereitende Maßnahme. Er ist jetzt nur
noch am Wochenende zu Hause und lernt in der Maßnahme neue Vorbilder kennen. Ben sieht zum ersten Mal in seinem
jungen Leben eine Perspektive.
Auch seiner Mutter Petra haben Bens Fortschritte Mut gemacht. Sie hat inzwischen einen kleinen Reinigungsjob
gefunden, der ihre finanzielle Situation verbessert und ihr ein bisschen Halt gibt. Mit Hilfe des Diakonischen
Werkes hat die Familie Vertrauen zueinander und zu sich selbst aufgebaut und neue Zuversicht gefasst. Auch Mandy
und Simon spüren nun, dass es aufwärts geht.
Damit Familien wie die von Petra einen Ausweg aus der Not finden können, brauchen wir Ihre Unterstützung! Mit
30 Euro unterstützen Sie beispielsweise einen Jugendlichen bei der Anschaffung von Kleidung für eine
berufsvornereitende Maßnahme.
Mit 120 Euro ermöglichen Sie die Anschaffung von Schulmaterial für einen Erstklässler.
* Namen der Betroffenen geändert.